Buch binden: Die Geschichte der Buchbindung

Möchte man heutzutage ein Buch binden lassen, ist der Vorgang relativ einfach. Das gedruckte Buch wird maschinell verarbeitet, der Umschlag bedruckt und schon ist das Buch fertig. Dass der Schritt vom Manuskript bis hin zum fertigen Buch nicht immer so einfach war, zeigt ein kurzer Blick auf die Geschichte der Buchbindung.

Das Buchbinden ist ein sehr altes Handwerk und bereits aus dem 6. Jahrhundert sind erste Buchbinder bekannt. In vielen Klöstern wurden die unhandlichen Pergamentrollen schon früh durch geheftete Pergamentblöcke ersetzt. Diese wurden durch einen Einband geschützt.

Buch binden – ein teures Vergnügen

Nach der Entwicklung des maschinellen Buchdrucks konnten es sich nur wenige Drucker leisten, Bücher direkt vor dem Verkauf zu binden, weshalb meist nur die Buchblöcke verkauft wurden, die anschließend beim Buchbinder individuell gestaltet werden konnten.
Das änderte sich ab dem 19. Jahrhundert, denn im Zuge der Industrialisierung wurde das Buchbinden von einer handwerklichen Tätigkeit zu einem maschinellen Vorgang, bei der Buchbinder nur noch für einzelne Arbeitsschritte und nicht länger für eine künstlerische Durchführung zuständig sind.

Dadurch wurde es erst möglich, das Bücher in größeren Auflagen erhältlich und für die breite Masse zugänglich wurden. Deshalb wurde zu der Zeit auch die günstigere und einfachere Methode der Klebebindung entwickelt, die zu großen Teilen die Faden- und Leimbindung ablöste.

Industrielles Buchbinden

Trotz der Industrialisierung wurden noch viele Arbeiten per Hand verrichtet – wirklich industriell wurde das Buchbinden erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als auch die letzten handwerklichen Arbeiten von Maschinen übernommen wurden. Deshalb sind Buchbinder eher als spezialisierte Automatenführer zu verstehen.

Diese Art der Buchbindung erlaubt es uns, sehr günstige und dennoch gut verarbeitete Bücher zu kaufen. Wer sich gerne ein besonderes Buch binden lassen möchte, hat allerdings noch die Möglichkeit zu vereinzelten handwerklichen Betrieben zu gehen, die nach wie vor in Handarbeit Bücher fertigen können.